F+T neutralIn der Zeit unseres Hannover-Messe-Engagement vor 30 Jahren war an einen Internet-Auftritt noch nicht zu denken. Mit zunehmender Verbreitung der digitalen Medien waren wir uns bewusst, dass unsere Arbeit für Ingenieurinnen heute noch immer wichtig ist und zugänglich sein sollte. Wir, die wir uns heute als MINT-Mütter verstehen, haben uns über einen längeren Zeitraum sporadisch zu Abstimmungsgesprächen getroffen, um die damaligen Aktivitäten aufzubereiten und ins Internet zu stellen.

Wir sind die »MINT-Mütter«
M
athematik
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Naturwissenschaft
Technik

1988-HMI-1
Barbara Leyendecker mit Sohn Martin (5 Monate) spricht mit Bundeskanzler Helmut Kohl 1988
über die Motive vom Messeprojekt »Frau + Technik«

MINT-Mu╠łtter Spuren 2
dib-Publikation über die Spuren der MINT-Mütter Heft 129, Juli 2019,
gedruckte Ausgabe bestellen:
deutscher Ingenieurinnenbund e.V. info@dibwv.de *)



Vorwort

zu Frau + Technik 1988 1989 1990
dreimal auf der Hannover Messe Industrie


von Barbara Leyendecker, Januar 2019

Frau + Technik - Die Alternative der Zukunft

Warum studieren Sie Maschinenbau? Oder Mathematik, Physik, Bauingenieurwesen, Elektrotechnik…?

Diese Fragen mussten die Kolleginnen, die den Stand »Frau + Technik« auf den Hannover Messen Industrie 1988, 1989 und 1990 durchgeführt haben, sehr häufig in ihrem Studium beantworten und begründen. Denn sie waren Exotinnen in ihrem Fach. Zwischen 2 und 12 % Frauen - je nach Fachrichtung - studierten damals diese Studienrichtungen.
Mit ihrem Stand »Frau + Technik« auf der größten Investitionsgüterschau der Welt, geprägt von männlichem Selbstdarstellungswillen, wollten sie ihr Nischendasein beenden. Ihr Anliegen war es zu zeigen, dass es Frauen in diesen Berufen gibt und dass sie gerne und erfolgreich mit Technik und Naturwissenschaft umgehen. Nicht nur zufällig hatten sich Mitte/Ende der Achtzigerjahre Frauen in verschiedenen Verbänden zusammengeschlossen:

  • Deutscher Akademikerinnenbund e.V. (DAB)
  • Deutscher Ingenieurinnenbund e.V. (dib)
  • Ausschuss "Frauen im Ingenieurberuf" des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI)
  • Arbeitskreis "Elektroingenieurinnen" des Verbandes Deutscher Elektrotechniker (VDE)
Zusammen richteten diese Frauen den Stand »Frau + Technik« drei Mal in Hannover aus und traten damit erstmalig in die Öffentlichkeit. Getragen wurde das Projekt durch das ehrenamtliche Engagement von etwa jeweils 50 Ingenieurinnen und Naturwissenschaftlerinnen, die die Stände professionell vorbereitet und den Messe-Standdienst geleistet haben. Die Kolleginnen konnten die Industrie von ihrem Konzept überzeugen und warben ausreichend Finanz- und Sachmittel für diese Aktionen ein. Das Projekt profitierte auch von dem damals prognostizierten Fachkräftemangel in technischen und naturwissenschaftlichen Berufen.
Der Erfolg der Messe-Stände war überwältigend, die Presseresonanz enorm, Politik und Industrie zeigten überaus großes Interesse. Ebenso belagerten die Zielgruppen Schülerinnen sowie Ingenieurinnen die Standfläche. Die Stimmung am Stand war darüber hinaus einfach wunderbar! Flankiert wurden die Beratungen am Stand durch pfiffige Werbematerialien, Podiumsdiskussionen und Interviews.
Diese gemeinsamen Projekte lieferten zwei greifbare Ergebnisse:
Frauen in Naturwissenschaft und Technik wurden von da an stärker in der Öffentlichkeit wahrgenommen
und
die Messestände waren die Initialzündung für das Knüpfen eines Netzwerkes zwischen den beteiligten Verbänden, das sich in der Folge austauscht und verschiedene andere Aktionen gemeinsam betreibt.

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Die folgenden Seiten werden zu einem späteren Zeitpunkt in einem digitalen Frauenarchiv erscheinen.

*) Hintergrund: Europa-Regenbogenflagge von Pulse of Europe